KITA am Englischen Garten GmbH
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6. 7. Lebenspraktische Übungen „Hilf mir, es selbst zu tun!“

"Das Kind ist nicht ein leeres Gefäß, das wir mit unserem Wissen angefüllt haben und das uns so alles verdankt. Nein, das Kind ist der Baumeister des Menschen, und es gibt niemanden, der nicht von dem Kind, das es selbst einmal war, gebildet wurde ... Das Kind formt von sich aus den zukünftigen Menschen, in dem es seine Umwelt absorbiert"
(Montessori 1972, S. 13).

Nach der Auffassung von Maria Montessori kann sich das Kind uns nur selbst enthüllen, uns zeigen, wie sein innerer Bauplan funktioniert.

Wir beschränken uns daher darauf, dem Kind Übungsmaterial anzubieten, ihm Übungen zu zeigen, damit es die Tätigkeit am Ende selbst ausführen kann. Wir unterstützen dadurch die Selbstständigkeit der Kinder. Sie sollen lernen, sich im Leben selbst zurechtzufinden, ohne immer auf die Hilfe von Erwachsenen angewiesen zu sein.

Im Kleinkindalter sind vor allem das Sinnesmaterial und Materialen zu Übungen des praktischen Lebens förderlich.

Zu diesen Übungen gehört, die Kleidung selbst an- und auszuziehen, Wassertragen und Einschenken, einen Apfel mit dem Messer schneiden, Händewaschen.

Um Sicherheit zu erlangen soll das Kind erstmal zweckfrei üben können. Um damit unabhängig von der Hilfestellung des Erwachsenen zu werden.

Am Beispiel „Schöpfen und Gießen“:

Als Vorübung zum selbständigen Suppenschöpfen bei Tisch üben sich die Kinder indem sie Tennisbällen aus einer Schüssel gefüllt mit Wasser in eine zweite schoepfen.
Dazu benutzen sie vorerst ein kleines Teesieb, dann Schöpfkellen und Löffel.

All unsere Räume sind mit Materialien zu Übungen des praktischen Lebens ausgestattet.
u.a. gehören dazu:

- in verschiedenen Größen: Schöpfkellen, Löffel, Siebe, Schaufeln, Schüsseln

- Holzzangen (zum Aufnehmen von Korken u.ä.)

- Tennisbälle und Korken (zum Schöpfen und Aufnehmen)

- Material für das Entdecken von Kontrasten (z.B. Groß- Klein, Schwer- Leicht)

- Material zur Förderung differenzierter auditiver und visueller Wahrnehmung
( z.B. Geräuschdosen und geometrische Puzzle)

- Material zur Förderung des Geruchssinns (z. B. Riechdosen)

Die Schulung der Sinne wird nicht einseitig betrieben, sondern verläuft immer parallel
mit der Spracherziehung.

Dies führt zu Montessoris "Drei-Stufen-Lektion":
• 1. Stufe: Die Assoziation der Sinneswahrnehmung mit dem Namen:
Das Kind bekommt z.B. zwei Farben. Wir sagen: "Dies ist rot, dies ist blau".
• 2. Stufe: Erkennen der dem Namen entsprechenden Eigenschaft: Wir sagen: "Gib mir rot, gib mir blau".
• 3. Stufe: Erinnerung an den Gegenstand bzw. die Eigenschaft bezeichnenden Namen: Man zeigt dem Kind den Gegenstand und fragt: "Was ist dies?" Es antwortet: "Dies ist rot, dies ist blau". (aus: Kindergartenpädagogik - Online -)